Alarmglocken schrillen: Gehen Lok die Spieler aus?Rückkehr der Brasilianer wird immer unwahrscheinlicher / TeBe-Test auf der Kippe
Während wohl schon klar ist, dass Thiago und Andrevason dem 1. FC Lok Stendal
den Rücken zukehren, schwindet auch die Hoffnung auf die Rückkehr von Diego
(Foto) und dessen Landsmann Panelli, die gestern zurück erwartet wurden.Von Martin Rehberg
STENDAL. "Wir können nur warten", plagt auch Prof. Dr. Ulrich Nellessen, Präsident von Fußball-Verbandsligist 1.FC Lok Stendal, die Ungewissheit über die Rückkehr der brasilianischen Gastspieler, die eigentlich gestern wieder zum Kader der Hölzchen-Kicker stoßen sollten.
Dass Spieler aus dem lateinamerikanischen Raum mitnichten die pünktlichsten sind, ist bekannt und sogar bei den Vereinen in der 1. Bundesliga zu sehen. Doch die Zeit bzw. das Warten sind die kleinsten Probleme beim Stendaler Verein, der angesichts der dünnen Personaldecke auf die Spieler vom Zuckerhut förmlich angewiesen ist. Zwar ist davon auszugehen, dass Trainerfuchs Wolfgang Sandhowe auch für dieses Problem eine Lösung hat, doch ist auch klar, dass er sich keine neuen Spieler aus dem Hut zaubern kann.
"Ich würde mich freuen, wenn sie wiederkommen. Aber was das betrifft, bin ich skeptisch. Damals war es der richtige Schritt die Brasilianer zu verpflichten, aber auf Dauer tun wir uns damit keinen Gefallen, sind die Spieler doch nie länger da, als eine halbe Serie", klingt der Vereinschef wenig optimistisch und versucht, zukünftig eine neue Lösung zu finden. Auch wenn sich Nellessen alles offen hält und sich auf die bis zum 31. Januar laufende Wechselfrist beruft, ist doch kaum noch mit Zugängen zu rechnen. Zumal sich Spieler dafür ja schon bis zum 31. Dezember letzten Jahres bei ihrem Verein abgemeldet haben bzw. sich den Pass aushändigen lassen haben müssen. Bereits bekannt ist, dass der 1.FC Lok an den Landesklasse-Akteuren Kevin Dau (Post Stendal) und Kevin Assmann (Viktoria Uenglingen) interessiert war, aber beide Vereine ihren Spielern keine Freigabe erteilt haben.
Geht man nach Stimmen aus dem Umfeld, liegt es weniger an den Brasilianern selbst, was deren Rückkher ans Hölzchen betrifft. So erzählt man sich hinter vorgehaltener Hand, dass sich Spielerberater Michael Budzinski und der Verein überworfen haben sollen. Während sich Nellessen dazu bedeckt hielt, war Michael Budzinski trotz mehrfacher Anfragen zu keiner Stellungnahme zu bewegen. Geht man nach dem Sprichwort, das Taten mehr als 1000 Worte sagen, dürfte der anscheinende Wechsel von Andrevason und Thiago zu Ligarivale Haldensleber SC - offiziell bestätigt ist noch nichts - Beweis genug für einen Zwist in der "Dreiecks-Beziehung" zwischen den Akteuren, dem Verein und dem Berater sein.
Nun heißt es also Abwarten und Tee trinken. Und dafür scheint bei der momentanen Situation im Lager des altmärkischen Traditionsvereins auch genügend Zeit zu sein. Bei den Wetterbedingungen ist derzeit ohnehin kaum an Fußball zu denken. Während das Verbandsliga-Nachholspiel gegen Eisleben (30. Januar) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ausgetragen werden kann, hofft Stendal zumindest noch auf die Vorbereitungsspiele. Ganz abhaken wollen die Lok-Verantwortlichen daher den für Sonnabend anberaumten Test gegen die Bundesliga-A-Jugend von TennisBorussia Berlin nicht. Momentan wird vom Verein versucht, auf den Kunstrasenplatz der Osterburger Landessportschule auszuweichen. Und wie von Coach Sandhowe zu erfahren war, sieht es auch für den Vergleich gegen die Energie-Reserve aus Cottbus gut aus. Im brandenburgischen Lindow, wo gespielt wird, soll ein Kunstrasenplatz vorhanden sein.
Bei den Generalproben könnte auf Seiten der Altmärker ein neuer Brasilianer mitwirken, der kein Schützling von Michael Budzinski ist. Der 18-jährige Linksfuß Paolo trainiert derzeit mit den Schulz, Boy und Co. Ob es zu einer Verpflichtung kommt, bleibt aber abzuwarten, soll der Südamerikaner Gerüchten zu Folge doch selbst Lok Leipzig zu teuer gewesen sein...
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